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-   -   Risiken (er)kennen = Unfälle vermeiden (https://oaseforum.de/showthread.php?t=156465)

FunKite 07.06.2015 08:01

Risiken (er)kennen = Unfälle vermeiden
 
Ich möchte mal einen Thread anstoßen, um Anfänger auf Gefahren aufmerksam zu machen oder auch vielleicht dem einen oder anderen Aufsteiger noch was nahezubringen. Klar, vieles ist eigentlich eh klar oder man lernt es im Kurs, aber wie man immer wieder sehen kann, ist das halt in der Praxis oft nicht verinnerlicht oder man hat über das Eine oder Andere noch nie nachgedacht. Am See sind die Bedingungen oft schwierig/widrig und von daher erlebt man schon einiges. Ich kommentiere die einzelnen Punkte jetzt mal nicht...

Equipment:

- Alles vermeiden, wo sich was verhängen kann, keine unnötigen Karabiner verwenden (z.B. besser Leashes mit nur auf einer Seite Karabiner), mit Neopren abgedeckte Schnapper für Leashes verwenden etc.

- Von Zeit zu Zeit die Leinenlängen checken (die Backlines bei allen Bars verkürzen sich mit der Zeit, was mehr Power bedeutet. Kann soviel sein, dass man es mit dem Adjuster gerade mal ausgleichen, aber nicht mehr depowern kann! Recken der Leinen bis ca. Pigtaillänge möglich und/oder Knotenleitern verwenden -> SuFu).

- Die Kitegröße entsprechend den anderen Kitern / Gewicht wählen. Ggf. nicht kiten, falls man keinen so kleinen Kite hat.

- Die Leash nur hinten befestigen, wenn man das System vorne auslösen kann (bei Deathloop sonst keine Chance mehr auszulösen!).

- Falls man einen Leinencutter hat, diesen mit einer dünnen Leash sichern, damit er im Pankikfall nicht verloren geht (diese Leash birgt jedoch auch das Risiko, das sich etwas dran verhängen kann).

Allgemeine Überlegungen:

- Nicht bei ablandigem Wind kiten.

- Alleine Kiten birgt erhöhte Risiken.

- Kiten im Winter birgt erhöhte Risiken. Eventuell einen Neopren unter den Trocki anziehen als Sicherheitsreserve.

- Die meisten Unfälle passieren an Land oder im Uferbereich (Hindernisse).

- Auf die Locals hören und diese ggf. auch ansprechen, ob es was zu beachten gibt.

- Distance is your friend. Das gilt an Land aber auch im Wasser.

Starten:

- Beim Starten und Landen immer den Adjuster etwas ziehen, je mehr Wind, desto mehr. Und zwar vor dem Starten bzw. noch im Wasser beim Landen, denn einen zuviel gezogenen Adjuster zu lösen ist viel einfacher und ungefährlicher als einen zuwenig oder nicht gezogenen Adjuster zu ziehen, wenn man zu spät erkennt, dass es nötig ist.
Edit: Nicht bei sehr wenig Wind, da kann ein zuviel gezogener Adjuster dazu führen, das sich der Kite nicht mehr richtig steuern lässt.

- Auslösebereit sein, Auslösen verinnerlichen und auch gelegentlich testen.

- Bei Hindernissen in der Nähe beim Starten (wie häufig am Binnensee) den Kite immer auf der Seite starten, die frei ist, da man meist in diese Richtung rutscht, wenn was schief läuft. Dementsprechend ist es auch besser den Kite zum Wasser hin zu starten und nicht zum Land hin.

- Vor dem Start die Bar checken und v.a. auch den Stopper und den Tampen. Eine Fehlerursache ist, dass der Tampen 1x um die Bar gewickelt ist. Dann funktioniert auch die Safety nicht mehr, weil die Bar nicht mehr hochrutschen kann!

- Vor dem Start einen kurzen Blick auf die Bridles und die Pulleys bzw. auf die Waage werfen, ob es keine Schlaufen oder ähnliches gibt.

- Vor jedem Start die Leinen checken/kämmen und die Frontlines bzw. Safety ausdrehen.

- Vertauschen von Front- und Backline beim Anknüpfen vermeiden: Der Kontrollblick, ob alle Leinen frei zum Kite laufen, reicht nicht, um zu erkennen, ob eine Frontline mit der Backline vertauscht angeknüpft ist, da die Leinen dennoch frei zum Kite laufen. Es ist notwendig, explizit zu schauen, ob die Backlines auch wirklich zum Tip laufen! Wenn der Kite sich zum Starten nicht richtig am WFR positionieren will und seltsam reagiert, ist das ein Zeichen für vertauschte Leinen.

- Achtung beim Umstieg auf kleine Kites (8er/7er oder kleiner). Kleine Kites sind ungewohnt schnell und während eines kurzen Blicks auf die Bar schon durchs Windfenster.

- Den Kite beim Starten nicht zu schnell hochlenken, Gefahr des Rutschens.

- Besteht das Risiko, ins Rutschen zu kommen (bspw. nasse Wiese) ggf. einen anderen Kiter bitten, einen beim Start am Trapez festzuhalten.

- Niemals hinten den Trapezgriff irgendwo festbinden, z.B. um nicht wegzurutschen. Die Kräfte können extrem groß werden, wenn man nicht aus kann.

- Als Starthelfer den Kite erst loslassen, wenn der Kiter den Daumen nach oben zeigt.

- Als Kiter den Daumen erst dann nach oben zeigen, wenn der Kite weder flattert noch offensichtlich zur Fronttube hin drückt.

- Falls ihr den Starthelfer nicht kennt, dieser aber sagt, daß er natürlich einen Kite starten kann, so solltet ihr bei der ersten merkwürdigen Handlungsweise SOFORT den freundlichen Helfer bitten, den Kite wieder hinzulegen.

- Russenstart ist nur was für im Wasser starten oder für absoluten Leichtwind. Bei mehr Wind, wenn man schon alleine Starten muss, gibts bessere Methoden (-> SuFu).

An Land:

- Die Leinen an Land immer aufwickeln (Stolpergefahr für andere).

- An engen Binnenspots darauf achten, sein Zeugs irgendwo am Rand hinzulegen, um keine Stolperfallen zu schaffen oder Stellen, wo sich Leinen verhängen können. Ebenso den Kite nach dem Landen ggf. ein paar Meter auf die Seite tragen.

- Die Bar, wenn man sie einhändig greift (Board in der anderen Hand), mittig nehmen, geringere Gefahr des Verreißens z.B. bei Stolpern.

- An Land den Kite nicht im Zenith fliegen, Gefahr des Liftens.

- Bei Front- oder Backstall an Land sofort auslösen, Gefahr des Mitreißens, wenn sich der Kite wieder fängt.

Im Wasser:

- Am Binnensee mit Bäumen am Ufer Sicherheitsabstand einhalten. Ggf. rausdraggen. Es reicht ein kleiner Ast, an dem eine Leine leicht hängen bleibt, dass sich ein Kite schlagartig in den Baum reindreht.

- Einstieg zügig freimachen und freihalten.

- Am Binnensee ist das Wetter oft schlecht, Regen gehört dazu. Dennoch kommen Fronten mit Starkwind. Wenn sich also eine schwarze Wolkenwand nähert, den Kite schnell landen.

- Noch nicht selbst probiert, wurde letztlich hier geschrieben und hört sich sinnnig an: Bei massiver Überpower (Front), ist es angeblich besser, per Bodydrag diese auszusitzen. Dabei wird man nicht so schnell Richtung Lee gedriftet wie mit Kite im Zenith und kommt nicht so schnell dem Ufer zu nahe.

- Wenn man aus einer Bucht nicht mehr rauskommt wegen zuwenig Wind, kann man mit Bodydrag immer noch Höhe ziehen, während es mit dem Kite schon nicht mehr geht.

- Wenn man schon mit Boardleash oder Rollleash fährt (was an sich schon Risiken birgt, Helm/Weste empfehlenswert), mit dieser nicht springen! Ggf. vorher aushängen.

- Im Stehbereich den Kite nicht im Zenith stehen lassen, da man sehr viel mehr "Luftraum" blockiert, als wenn man den Kite irgendwo auf 45° stehen lässt. Andere kommen gerade bei Leichtwind sonst u.U. nicht vorbei.

- Immer ein Auge nach Upwind haben. Andere Kiter, Segler etc. wissen nicht immer was sie tun. Gerade im Binnenland sieht man so auch fette Böen ggf. rechtzeitig ankommen.

- Vor dem Halsen und Springen immer umschauen, ob jemand hinter Euch fährt. Nicht einfach eine Halse reinhauen und andere zum Turn zwingen, wenn alle anderen den Spot großzügiger ausnutzen (anpassen).

Crash/Auslösen:

- Falls man den Kite auslösen muss, im Augenblick des Auslösens mit der anderen Hand die Safety der Leash greifen. Falls was schiefläuft, muss man diese dann nicht erst suchen.

- Ist der Kite gecrasht oder ausgelöst und nicht mehr startbar und man möchte ihn bergen und ans Ufer schwimmen, ist das wichtigste in absolut jedem Fall, zuerst die Leinen komplett aufzuwickeln. Ggf. erst die Safety oder eine Steuerleine ein paar Meter, dann alle Leinen gemeinsam aufwickeln. Dabei rückwärts vom Kite wegschwimmen, wenn man nicht stehen kann. Beherzigt man das nicht, kann man zu 100% davon ausgehen, dass man sich mit den Füßen komplett und unlösbar in den Leinen verheddert, und zwar so, dass man hinterher stundenlang Leinen sortieren muss. Nicht auszudenken, was dabei passieren kann, wenn der Kite wieder Wind fängt. Das gilt auch, wenn man erst mal in die falsche Richtung gezogen wird.

- Rette zuerst den Kite. Sich im Bodydrag zum Brett zu begeben oder zurück an Land ziehen zu lassen ist viel einfacher, als das schwimmend zu tun - womöglich noch mit angeleintem Kite im Schlepptau.

- Im Fall "Death Loop" durch im Trapez verhängte Bar (kein Auslösen möglich), die weiter entfernte Backline stark einholen, falls vorhanden mit dem OSH. Dadurch wird der Kite in den Backstall gezwungen und stoppt loopen, s. Youtube-Video.

Foil:

An Land: Um zu vermeiden, dass jemand unbeabsichtigt skalpiert wird, das Foil am Besten über die Schulter nehmen, mit den Flügeln nach vorne.

Beim Reingehen: Wenn's etwas Welle hat und unter den Arm klemmen nicht geht, am Besten an der Fuselage halten. Dann ist man sicher vor den Flügeln und das Board hauts einem nicht zum die Ohren.

Beim Fahren: Fußschlaufen statt ganz weit geht auch ganz eng, so dass grad die Zehen reinpassen, habe ich mich sicherer mit gefühlt. Noch sicher fühle ich mich Strapless. Ich empfehle jedem, der hin- und herfahren kann, das mal zu probieren. Geht einfacher als man denkt.

Beim Sturz klein machen und Hände vors Gesicht. Helm ist empfehlenswert. Im Wasser am Besten die Beine nicht groß bewegen, sonst gibt's Schnitte. Schuhe an Anfang empfehlenswert. Kite am Anfang nicht zu klein wählen, für die dauernden Wasserstarts braucht's etwas Druck.

Ist der Kite gecrasht, schnell zum Board kraulen, draufsetzen und erst dann relaunchen. Dann ist das Board erstens nicht weg und kann vor allem nicht in die Leinen treiben...

Hängt das Foil in den Leinen, bei tiefem V Ruhe bewahren und Kite im Zenit halten und ruhig rausoperieren.

Seenotvermeider 07.06.2015 08:17

Sehr gute Aufstellung.
Endlich mal wieder ein richtig guter Beitrag bei Oase.

Ganesha 07.06.2015 08:17

Das wichtigste hast vergessen.
Sei beim Start bereit zur Auslösung. Hand am QR statt am Board. Das Üben von automatisierten Bewegungsabläufen- Hand findet und öffnet QR u QR der Leash die seitlich- vorne , fixiert ist

Seenotvermeider 07.06.2015 08:20

Windschatten und Verwirbelungen hinter Dünen, Bäumen und Bebauung beachten bzw. nutzen.

Seenotvermeider 07.06.2015 08:22

Zitat:

Zitat von Ganesha (Beitrag 1212157)
Das wichtigste hast vergessen.
Sei beim Start bereit zur Auslösung. Hand am QR statt am Board. Das Üben von automatisierten Bewegungsabläufen- Hand findet und öffnet QR u QR der Leash die seitlich- vorne , fixiert ist

Im ersten Beitrag ergänzen und anpinnen lieber Joe.

Hamburg1887Kiteing 07.06.2015 08:25

-QR vor dem starten einmal auf Funktionsfähigkeit prüfen.
-Schlaufen am Board vor dem starten einstellen, und nicht mit Kite im Zenit ( schon oft gesehen)
- nicht mit Board in der Hand starten und landen
- niemals bei ablandigen Wind aufs Wasser ( am sichersten ist seitlich/auflandiger Wind)
- beim Kiten an unbekannten Spots andere Surfer/Kiter nach Gefahren , Besonderheiten ect. ansprechen

Danke für diesen Beitrag FunKite

87bjoern 07.06.2015 08:29

Super
 
Alles Dinge die man weiß, aber beim durchlesen fällt einem dann doch mal wieder ein Punkt auf den man "schleifen lassen hat".

Ganesha 07.06.2015 08:36

Rick Lossi dokumentiert weltweit Kiteunfälle
Grob kann man verschiedene "Arten" einteilen.
Death Loop mit Ertrinken
Kollision mit traumatischen Verletzungen durch Mitreißunfall
Sonstige Unfälle


Bei den Mitreißunfällen vertikal od horizontal

Sofortiges, rechtzeitiges Auslösen vor dem ersten traumatischen Impact, der oft zur Handlungsunfähigkeit führt ist der Knackpunkt

Seenotvermeider 07.06.2015 08:39

Rick Lossi kann man das nirgendwo nachlesen?:confused:

Ganesha 07.06.2015 09:08

hier https://docs.google.com/spreadsheets...it?pli=1#gid=0

winston 07.06.2015 09:14

Top Beitrag
 
leider lernt man im Kitekurs maximal 20% von dem was du hier geschrieben hast. Habe selbst im letzten Jahr einen Kurs gemacht, blöderweise war die ganze Woche kein Wind - trotzdem bekommst du den Stempel mit Stufe 3 und denkst du kannst loslegen. Bei richtig Wind sieht die Welt dann ganz anders aus und dann geht die Eierei los. Wer sich da nicht selbst informiert wird hierdurch unwissentlich zur Gefahr für alle anderen am Spot. Ich wäre dringend dafür, dass gerade an engen Spots mit vielen Leuten die Latte etwas höher gelegt wird, und man wirklich den Nachweis erbracht hat, dass man die Basics beherrscht, bevor man allein auf die Menschheit losgelassen wird. Ich finde den Ansatz mit der Lizens gar nicht schlecht, es müsste nur breiter umgesetzt werden.
Und ... es sind nicht nur die Anfänger, ich würde all die Poser bitten ihre tollen Tricks etwas weiter draußen zu zeigen da es in Ufernähe doch etwas eng zugeht und gerade bei Änfangern nicht unbedingt klar ist wo der Sprung wieder gelandet wird.
Vorfahrtsregeln, Wetterkunde, Erste Hilfe ... könnte man noch ergänzen

Danke für den guten Beitrag an den TE

JAL1 07.06.2015 10:24

Sehr guter Beitrag! Ähnlich informativ auch dieser Forumsbeitrag von unseren amerikanischen Kitefreunden:
http://www.kiteforum.com/viewtopic.p...c1ea17&start=0

ShortSqueeze 07.06.2015 10:50

Zitat:

Zitat von FunKite (Beitrag 1212154)
- Wenn man aus einer Bucht nicht mehr rauskommt wegen zuwenig Wind, kann man mit Bodydrag immer noch Höhe ziehen, während es mit dem Kite schon nicht mehr geht.

danke für den guten Beitrag, man sollte aber anmerken, daß man beim Bodydrag und wenig Wind nur echt Höhe ziehen kann, wenn man dabei das eigene Board als Abdrifthemmer einsetzt. Also quer unter den Arm klemmen und als große Finne verwenden.

Racoon 07.06.2015 13:14

Habe noch 2 Anmerkungen/Ergänzungen

Zitat:

Zitat von FunKite (Beitrag 1212154)
- Die Kitegröße entsprechend den anderen Kitern wählen. Ggf. nicht kiten, falls man keinen so kleinen Kite hat.

Entsprechend anderen Kitern gleicher Gewichtsklasse. Bei Unsicherheit lieber eine Nummer kleiner.


Zitat:

Zitat von FunKite (Beitrag 1212154)
- Bei viel Wind und Unsicherheit einen anderen Kiter bitten, einen beim Start am Trapez festzuhalten.

Bei Unsicherheit und viel Wind: Sein lassen und zugucken!

flyheli 07.06.2015 16:59

ein Punkt noch, (sorry, falls ich es überlesen haben sollte):
- legt euer Board dort an die Wasserkante, wo ihr nach dem Start auf direktestem
Weg zum Wasser geht, denn immer wieder sehe ich Leute, die mit Schirm im
Zenit über die Wiese stolpern und ihr Brett suchen, sowas geht absolut gar
nicht, blockiert den Start-Landeplatz und ist höchst riskant...

Grüße
flyheli

Hoim 07.06.2015 18:28

Meiner Meinung nach hilft ein solches Sammelsurium an Hinweisen keinem weiter. Ihr erwartet von einem Anfänger/Aufsteiger das er drann denkt vor dem Starten sein Board richtig zu platzieren ? Die haben doch alle ganz andere Sorgen.

Das ist wie bei den Sinn freien Erste-Hilfe-Kursen wo einem 11h völlig unwichtiger Mist beigebracht wird wie: Versorgung von Brandwunden, Schnittwunden Vergiftungen bla bla. 1h wird dann nochmal schnell Herz-Lungen-Massage geübt und alle wundern sich warum die Deutschen das alle so schlecht können.

Was ich damit sagen will: Es ist aus meiner Sicht besser 2-3 klare Regeln zu Vermitteln die einfach umzusetzen sind und nicht vergessen werden, als hier ne ganze Liste von möglichen Fehlerquellen zu zeigen die am Ende auch erstmal erkannt werden müssen.

Am Ende zählt es nur das sich keiner ernsthaft verletzt, Schäden/Verlust vom Material sind sekundär. Um sich beim Kiten nicht zu verletzen braucht es exakt 2 Regeln.

-Distanz zu potentiell gefährlichen Objekten halten
-innerhalb dieser Distanz den Kite komplett trennen können

Wenn ich diese beiden Sache beherrsche, kann ich der größte Volldepp sein und mir wird NIE etwas passieren.
Natürlich gibt es die Fälle wo Leute durch "death Loops" ertrinken. Dann gilt halt die Regel, dass man sich in jedem Fall innerhalb der Zeit wie ich die Luft anhalten kann vom Kite trennen kann.

Was ich auch noch ganz übel finde ist, dass viele Leute sich Dinge bei besseren Leuten abschauen und meinen sie könnten das dann auch mal so machen.
Nen gutes Beispiel ist selber starten. Letztens mal wieder machen müssen und nen paar Anfänger/Aufsteiger haben das mitbekommen.
Ej wie hast du denn das gemacht ?! Voll Praktisch! Kannst du mir das mal zeigen?
Ich hab natürlich geantwortet, dass es viel zu Gefährlich ist, so richtig Verstanden wurde das aber nicht. Ich glaub das ist halt einfach ähnlich wie beim Autoführerschein, da fühlen sich viele auch mit dem Ding in der Hand wie KenBlock, können in Wirklichkeit aber noch nix. Genauso würde ich nie auf die Idee kommen mit meinem Sportbootführerschein über den Atlantik zu Segeln, nur weil ich es DARF heißt es nicht, dass ich es auch KANN!!!!

fantasio 07.06.2015 19:10

Die Liste ist gut, ich wünschte die "Kollegen" in Hindeloopen gestern hätten alle mal den Kurs gemacht und das mal beherzigt, dann hätte es weniger, ich sag mal "Crashes" beim Starten und auf dem Wasser gegeben. Man muss sich damit auseinandersetzen.

winston 07.06.2015 19:34

@Hoim, sehe ich überhaupt nicht so. Ich bin für jeden Tip und für jeden Hinsweis dankbar und so geht es wahrscheinlich vielen. Man muss doch nicht alle Fehler selbst machen;-)

GreenLiv 07.06.2015 20:12

mir fällt noch ein:

Direkt, nachdem der schirm gefangen wurde, auslösen.

1: Nach dem Landen fährt der Körper oft komplett runter, wenn man jetzt wegrutscht und die Bar verreist, hat man keine Chance zu reagieren.

2: Man übt so jede Session mindestens einmal den Lebenswichtigen Griff.

3: Eine Safety, die man vor dem starten zusammenbaut, funktioniert auch auf dem Wasser. Bei Wochenlanger nicht-Benutzung kann sich einiges festsetzten


Einsteiger sollten sich eine eine Checkcard in den Rucksack packen, was sie so alles beachten sollten. Das gibt Sicherheit und kann einige dumme Fehler verhindern

Racoon 07.06.2015 21:10

@Hoim, in gewisser Hinsicht gebe ich Dir Recht. Ein Anfänger kann das nicht unbedingt alles im Kopf haben. Deswegen sollten (wir) die Erfahrenen mit darauf achten, dass diese Punkte berücksichtigt werden. Mit Freundlichkeit ist das meist ganz einfach und oft lernt man nette Leute kennen. :)

Gerade beim Starten und Landen kann man so schon viele Probleme vermeiden.

enemymine 07.06.2015 21:18

Zitat:

Zitat von GreenLiv (Beitrag 1212267)
Einsteiger sollten sich eine eine Checkcard in den Rucksack packen, was sie so alles beachten sollten. Das gibt Sicherheit und kann einige dumme Fehler verhindern

Das sollten die Kiteschulen mal machen, oder als Aufkleber zum auf die Pumpe kleben.

Hätte bei meinem Kurs, wenn ich den VWDS Schein damals nicht mit gemacht hätte, null Material in der Hand gehabt. Ganz abgesehen davon das wie oben erwähnt das Thema sicherheit nicht in der Tiefe angesprochen wurde...

ocram 07.06.2015 21:28

da hätt ich auch noch was:

- andere Kiter mit Nachdruck auf Fehlverhalten hinweisen, insbesondere wenn
- Schirm zu groß
-Level für einen bestimmten Spot u. Windstärke viel zu niedrig
- Befahren von Kiteverbotszonen

Andre23 07.06.2015 22:33

Safety Leash immer vorne am Trapez festmachen um sie ohne Probleme schnell erreichen zu können und auch ohne wenn und aber auslösen wenn es die Situation erfordert. Den Kite kann man ersetzen euer leben nicht! Offene Karabiner gegen Leinennfänger sichern, d.h. neoüberzieher oder schrumpfschlauch drüber. Besser ganz austauschen gegen schäkel oder schlaufen.
Gruß Andre

Seenotvermeider 07.06.2015 22:59

Zitat:

Zitat von GreenLiv (Beitrag 1212267)
mir fällt noch ein:

Direkt, nachdem der schirm gefangen wurde, auslösen.

1: Nach dem Landen fährt der Körper oft komplett runter, wenn man jetzt wegrutscht und die Bar verreist, hat man keine Chance zu reagieren.

Ich habe ja schon gehört das Männer sofort nach dem Sex einschlafen, aber nach dem Kiten.

Bibo1977 08.06.2015 05:59

Hallo @ all,
ich persönlich finde die Liste ebenfalls gut, beim lesen ertappt man sich selber, dass man manche Dinge einfach vergisst!

Routine kann gefährlich werden/sein.

Gruss
Thomas

P.S. Das der ein oder andere Kite-Kurs (will jetzt nicht jede Schule den schwarzen Peter zuschieben) intensiver auf die Sicherheit eingehen soll, kann ich nur zustimmen.

Ulipet 08.06.2015 09:18

Gute Idee
 
Ich finde die Idee auch gut...aber man kann hier schon erkennen, dass es eigentlich zu viele Punkte gibt, die ein Anfänger kaum alle behalten kann.


Zusätzliche Punkte.

Wetterbeobachtung:
Immer auch den Horizont beobachten... falls Gewitterfront kommt. VORHER rechtzeitig aus dem Wasser! Nicht erst in letzter Minute.

Unbekannte Gebiet:
Bei Lokals informieren und Gebiet VORHER betrachten.

Nicht alleine kiten gehen.

Tube wirklich hart aufpumpen.

Leash nur seitlich oder an Vorderseite vom Trapez befestigen. Nicht hinten!

Seenotvermeider 08.06.2015 09:44

Beim Tauchen muss man auch einiges können, da jammert keiner sondern empfindet es als Herausforderung und sonst gibt es keinen Schein.

Es wird ja niemand zu diesem Sport gezwungen. Wer es alle zu kompliziert empfindet kann ja Sandburgen bauen, da ist die Gefährdung für andere wenigstens geringer.

artbrushing 08.06.2015 09:54

Ich finde auch dass man Anfängern nach dem Kurs noch so ne Liste in die Hand drücken sollte, einfach um es immer wieder zu vertiefen.
Sozusagen wie die 10 Gebote des Kitesurfens.

Sollte man vielleicht überarbeitet gut sichtbar auf Oase einbetten!!!

sideshore bob 08.06.2015 10:24

Zitat:

Zitat von FunKite (Beitrag 1212154)
- Beim Starten und Landen immer den Adjuster mindestens halb ziehen.

Das kann man so pauschal auf keinen Fall sagen!

m_coaster 08.06.2015 11:20

Den Kite allgemein viel weniger im zenit halten als es die Kiteschulen beibringen. A) Ist es weniger gefährlich, weil man ungewollt seltener abhebt und B) auf dem Wasser haben alle anderen mehr Platz.

Bazzat 08.06.2015 11:36

Ich habe nur 2 Dinge die ich für mich umsetze

1. Richtige Kitegröße
2. Wieviel Platz habe ich nach lee.

Der Rest ist logisch, erfolgt automatisch und ist selbstverständlich.

Seenotvermeider 08.06.2015 11:59

Für Beginner ist doch nichts selbstverständlich!

Bazzat 08.06.2015 12:07

...aber logisch

Wenn nichts selbstverständlich und logisch ist reicht das formun nicht aus um alles aufzulisten.

Ich könnte hier auch 3 Seiten füllen mit:

" Wie fährt man sicher Fahrrad "

Vieles muss man voraus setzen dürfen, wenn jemand kiten möchte. Wenn da überhaupt nichts vorhanden ist an Sachverstand und Bauchgefühl, sollte man besser nicht diesen Sport machen.

Seenotvermeider 08.06.2015 12:17

Da bin ich nicht so sicher dafür habe ich mir zu oft die Augen hier im Forum als auch live gerieben.

Vor kurzen Startversuch mit Fronttube nach Lee gesehen.

artbrushing 08.06.2015 12:46

Zitat:

Zitat von Seenotvermeider (Beitrag 1212399)
Da bin ich nicht so sicher dafür habe ich mir zu oft die Augen hier im Forum als auch live gerieben.

Vor kurzen Startversuch mit Fronttube nach Lee gesehen.

Geil! :D

cor 08.06.2015 13:00

Zitat:

Zitat von FunKite (Beitrag 1212154)
- Falls man einen Leinencutter hat, diesen mit einer dünnen Leash sichern, damit er im Pankikfall nicht verloren geht.

Find ich total unsinnig. In den Situationen, in denen man einen Leinencutter braucht ist das so ziemlich das letzte, was man braucht: Nochmal irgendwo irgendeine Leash, die sich irgendwie verhaken kann.

Ausserdem kostet so ein Ding sage und schreibe 9,99€. Im Vergleich zu dem Kite, der möglicherweise weg ist und den zerschnittenen Leinen rein finanziell gesehen ein Witz und so ziemlich das letzte, worüber ich mich aufregen würde.

Ausserdem fehlt mir in der Liste der absolut essentielle und generell wichtigste Punkt überhaupt: GMV einschalten und falls nicht vorhanden, bitte vorher beschaffen!
Manchmal bin ich mir nämlich nicht so sicher, ob den auch wirklich jeder um und auf dem Wasser dabei hat...

artbrushing 08.06.2015 13:30

Zitat:

Zitat von cor (Beitrag 1212412)
...

Ausserdem kostet so ein Ding sage und schreibe 9,99€. Im Vergleich zu dem Kite, der möglicherweise weg ist und den zerschnittenen Leinen rein finanziell gesehen ein Witz und so ziemlich das letzte, worüber ich mich aufregen würde.

Ausserdem fehlt mir in der Liste der absolut essentielle und generell wichtigste Punkt überhaupt: GMV einschalten und falls nicht vorhanden, bitte vorher beschaffen!
Manchmal bin ich mir nämlich nicht so sicher, ob den auch wirklich jeder um und auf dem Wasser dabei hat...

Ich denke du hast den cor falsch verstanden, da ging es nicht um den Wert sondern um die Situation wo du ihn brauchst und dann fällt er dir aus der Hand.

Meiner Meinung nach hilft bei einem Deathloop auch kein Leinencutter an einer Leash etwas.

GMV funkt nur wenn man schon ein bissl eine Vorstellung hat was passieren kann und wie man darauf reagiert, deswegen finde ich die Liste gar nicht so schlecht.

ManMade 08.06.2015 15:10

Also im Grunde finde ich die Liste gut, nur sollten man für Anfänger die Punkt noch kurz erklären, damit am Ende wirklich alles selbstverständlich und logisch ist.

Kurz das Risiko, dann kleine Beschreibung. Damit kann man es sich besser einprägen.

z.B. frage ich mich als Anfänger

- An Land den Kite nicht im Zenith fliegen.
warum? Das machen doch alle und dann flitzen sie über die Wiese und sammeln ihr Board ein oder stehen da und quatschen ne runde.

sundevit 08.06.2015 15:36

Für Anfänger ist die Liste nicht schlecht - ich weiß noch, wie aufgeregt ich in meiner Anfangszeit war, ob ich jetzt auch WIRKLICH alles beachtet habe - und wenn man dann noch den (definitiv falschen!) Ehrgeiz hat, sich am menschenleeren Homespot selbst kiten beizubringen, dann passieren so Dinger:

"Hm, allein auf der Wiese starten traue ich mich nicht, also
1 aufbauen,
2 anleinen,
3 wieder aufwickeln,
4 ins Wasser gehen,
5 abwickeln
6 und ganz safe wie im Kurs im Wasser starten"

1. Tag:
Man bleibt beim Tragen des bereits angeleinten Kites durch den Schilfgürtel und über den Vorflutgraben mit den Leinen in fiesen Schilfblüten hängen, Kite fängt Wind und schwupps, der Vorflutgraben ruft laut "Komm! Komm!" "Neeeiiin! Ich will nicht!!! aaarggghhhblubber...!" und dann gibt es noch dazu Spagettisalat á la Carte vom Feinsten und nix kiten, der Neo ist trotzdem naß und voll Schlamm, aber nur aus dem Graben.

2. Tag
Kite wird hinterm Schilf, direkt am Wasser angeleint. Im Wasser beim Abwickeln reißt es mir die Bar nur so aus der Hand, Druck ohne Ende, "Scheiß Evo! Auf Youtube sah das ganz leicht aus! Mist-Kite!" - es endet wieder im Schilf - klar, der geneigte Leser hat oben schon gesehen, da fehlt was in der Checkliste: zwischen 2 und 3: Safetyleine ein paar Meter einholen!

3. Tag
Am benachbarten Spot der Kiteschule startet mir ein Kitelehrer den Kite bei wenig sideshore-Wind, juhu, Problem gelöst. Aber oh-shit! Kite liegt schnell wieder im Bach und das Schlimmste, es ist jetzt wirklich wenig Wind und:
Das Ende des Stehbereiches ist hier in Luv - "Da komme ich aber gar nicht wieder hin mit Kite im Wasser. Wo ist das verdammte Board schon wieder? Wieso will dieser Drecks-Evo nicht starten? Ich kauf mir einen anderen Kite, wenn ich hier wieder raus komme!! Irgendwie muß der doch - Mist, wieso sind jetzt meine Beine zusammengeschnürt, nur weil ich auf den Kite zuschwimme? Nix wie an Land irgendwie!"
Doch wieder Mist:
Den immer als "Joker" gedachten Notausstieg in Lee hätte man sich doch besser mal vorher von Landseite aus angucken sollen, bei Stacheldraht und Bauschutt im Wasser landet es sich nicht sehr materialschonend.

Da ist schon einiges dabei, was auf der Liste oben vorkommt - aus heutiger Sicht kann ich drüber lachen, damals nicht so ;)

Hoim 08.06.2015 15:36

Zitat:

- An Land den Kite nicht im Zenith fliegen.
warum?
Das machen doch alle und dann flitzen sie über die Wiese und sammeln ihr Board ein oder stehen da und quatschen ne runde.
Allgemeines Problem bei Anfängern.
Nicht alles was die Leute dort am Strand machen muss nachgemacht werden.
Würde ja auch keiner auf die Idee kommen in die nächste Parklücke zu driften nur weil wer anders das macht.

Es gibt einfach Aktionen die kann man mit 10 Jahren Erfahrung halt mal bringen, mit 6 Monaten eher nicht. Wenn ich mit Kite im Zenit geliftet werde (gestern erst passiert) kann ich meinen Kite so steuern, dass ich in keinem anderen Kite lande und mache zum sanften aufsetzten noch nen Downloop :rolleyes: :rolleyes:
Was einem Anfänger da passiert währe, der wahrscheinlich in dem Moment auch nur eine Hand ganz außen an der Bar gehabt hätte (Murphys Law). :confused: :confused:

Musste meinem Nachbar auch erstmal beibringen, dass es evtl nicht so klug ist z.b. dort den Kite zu starten wo ich das tue. Verstanden hat er das am Anfang auch nicht unbedingt, der dachte wo Ich das kann, kann er das auch :o :o

Nur weil irgendwelche Leute irgendetwas tuen heißt das nicht automatisch, dass das besonders klug noch sicher ist !!!!!
Man muss jede Situation für sich selber in seiner Lage beurteilen, genau das können nur viele Leute leider nicht.


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